Freitag, Juli 12, 2024
Michael Dörr prognostiziert, dass der Fünfkampf aus Schwimmen, Fechten, Laserrun und Reiten respektive Hindernisparcours auf Dauer kein Olympia-Wettbewerb bleibt. Foto: Martin Kloth/dpa

Olympia-Fünfkampf – Dörr: «Wegbereiter für Ninja Warrior»

Berlin (dpa) – Die Wiederaufnahme des Modernen Fünfkampfes mit der neuen Disziplin Obstacle ins olympische Programm für die Spiele 2028 ist aus Sicht des deutschen Verbandspräsidenten essenziell für das Überleben der Sportart. «Hätten wir nicht das Reiten abgelöst, wären wir nicht mehr dabei gewesen. Das hätte den Tod des Modernen Fünfkampfes bedeutet», sagte Michael Dörr der Deutschen Presse-Agentur.

Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hatte gestern der anstehenden IOC-Generalversammlung empfohlen, den Modernen Fünfkampf für Los Angeles zuzulassen. «Wir sind absolut happy. Das ist ein Freudentag», sagte Dörr.

Vorwurf der Tierquälerei

Bei den Spielen in Paris im kommenden Jahr ist zum letzten Mal Reiten Teildisziplin des Mehrkampfes und wird anschließend durch einen Hindernisparcours (Obstacle) ersetzt. Hintergrund dafür ist unter anderem, dass die Berlinerin Annika Zillekens noch unter ihrem Mädchennamen Schleu bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021 erfolglos versucht hatte, das ihr zugeloste Pferd durch Einsatz von Gerte und Sporen zum Springen zu bewegen. Dies hatte den Vorwurf der Tierquälerei ausgelöst. Deswegen war der Moderne Fünfkampf zunächst nicht für Los Angeles 2028 vorgesehen gewesen.

Für Dörr ist die Entwicklung jedoch noch nicht abgeschlossen. Er prognostiziert, dass der Fünfkampf aus Schwimmen, Fechten, Laserrun und Reiten respektive Hindernisparcours auf Dauer kein Olympia-Wettbewerb bleibt. Man sei bisher nicht im Trend gewesen. Auch künftig werde sich das Interesse seiner Meinung nach in Grenzen halten, wenngleich es durch Obstacle etwas zunehmen werde. Aber Teilnehmerzahlen wie bei der Einzeldisziplin Laserrun, der biathlonähnlichen Kombination aus Laufen und Schießen mit der Laserpistole auf Scheiben, werde man nicht erreichen. «Dafür ist die Sportart in sich zu kompliziert», sagte er. 

«Wir sind Wegbereiter für Ninja Warrior»

Der Hindernisparcours, vergleichbar mit dem aus dem Fernsehen bekannten «Ninja Warrior», wird nach seiner Ansicht auf längere Sicht als Einzeldisziplin den Modernen Fünfkampf als olympische Sportart verdrängen. «Wir sind Wegbereiter für Ninja Warrior», sagte Dörr. Vorstellen kann er sich auch, dass ein Zweikampf aus Laserrun und Obstacle die Zukunft ist. «Da wird die Entwicklung hingehen.»

Den eigenen Verband sieht der Präsident für die Zeit nach den Olympischen in Paris 2024 gut aufgestellt. Man habe den Trend zu Obstacle frühzeitig erkannt, sagte er. Bei den U17- und Junioren-Weltmeisterschaften in diesem Jahr, die mit dem Hindernisparcours statt Reiten ausgetragen wurden, gab es Medaillen und in der erst 18 Jahre alten Potsdamerin Josefine Unterberger die erste Junioren-Weltmeisterin im neuen Modernen Fünfkampf. «Sie ist eine Hoffnungsträgerin für 2028», sagte Dörr.

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