Dienstag, Februar 27, 2024

KiWAMi Equilibrium Shorts

Das „Schweizer Offiziersmesser“ unter den TrailRunning-Shorts

KiWAMi das Unternehmen:

Hinter der vorwiegend im Triathlon-Bereich bekannten Marke KiWAMi mir stehen zwei Namen: Salomon und Watson Nachdem beide laut eigenem Bekunden genug Kacheln gezählt hatten beziehungsweise Kreise auf der Tartanbahn gelaufen waren, haben Sie die Firma KiWAMi gegründet. Craig Watson ehemaliger Leistungs-Schwimmer,WM-Dritter im Triathlon und sogar 2001 Weltranglistenerste und Hélène Salomon, früher Leichtathletin über 800 und 1500 m, stehen federführend hinter der Marke.
Philosophie: „Die tägliche Herausforderung für uns besteht darin, durch kontinuierliche Entwicklung unserer Produkte, selbige noch innovativer,
noch komfortabler zu machen und noch schöner aussehen zu lassen als je zuvor. Wie zuvor in unserer Zeit als Profi-Sportler ist es unser Ziel, unsere Grenzen immer weiter auszuloten und uns ständig zu verbessern.“ Entwicklung des Unternehmens:
Neben einem sehr umfangreichen Portfolio an Triathlon und radsportspezifischer Kleidung hat KiWAMi auch eine spezielle Trail-Running-Bekleidung auf den Weg gebracht. Die Equilibrium-Serie soll hierbei einzigartig innovativ und funktional in Verbindung mit Hightech Materialien sein.

Inwieweit das stimmt, zeigt der folgende Test:

Design & Verarbeitung:

Man kann ja sagen, was man will, aber KiWAMi fällt auf! Positiv!
Die Triathlon-Bekleidung kommt sehr bunt rüber, die Equilibrium-Serie ist auch sehr stylish, aber etwas schlichter. Mir gefällt das Design sehr.Die Verarbeitung ist auf sehr hohem Niveau, insbesondere wissen viele Details zu überzeugen – dazu unten mehr. Die Nähte sind sauber verarbeitet und Materialien werden intelligent gemixt.

Kommen wir zu den Highlights:

Easyfix-Tragesystem: Mit dem patentierten Easyfix Trail-Running Stock-Tragesystem lassen sich die Laufstöcke einfach verstauen und sind bei Bedarf sofort wieder griffbereit: Und das habe ich ausgiebig getestet: Wo hat man die Laufstöcke sonst verstaut? Man könnte diese dauernd tragen – das machen nicht wenige, weil diverse Stocksysteme nicht wirklich funktionieren. Wer kennt nicht auch das 3D-System von Salomon? Ich habe nie wirklich verstanden, wie das funktionieren soll.
Irgendwann habe ich ein Erklärungsvideo gefunden – dort wurden aber Poles mit größeren Wintertellern verwendet, die dann auch nicht durch die untere Gummischlaufe rutschen können. Nur wer nutzt solche Poles? Meistens werden kleine Sommerteller verwendet! Außerdem muss man sehr gelenkig sein, um alles im Rückenbereich verstauen zu können. Bei mir hat das nie wirklich funktioniert. Daneben gibt es Systeme, die die Poles seitlich mit dem einen Ende in Seitentaschen verstauen und schräg zwischen den Achseln nach nach vorne&oben führen (Ultimate Direction AK Vest etc.).

Nachteil: Man kann die Arme nicht eng am Körper führen und schrammt ggfls an den Stöcken vorbei. Noch schlimmer: Da man meist das Griffstück in die Seitentasche verstaut (damit nicht durch die Stockspitze der Rucksack perforiert wird), schaut die Metallspitze zwischen der Achsel oben hervor…..kein schöner Gedanke, wenn man doch einmal stürzen sollte! Bei der AK Vest gibt es jeweils zwei kleine Gummischlaufen, so dass man auch die Stock-Spitze unten fixieren kann –  dennoch bleibt auch hier wenig Platz für eine enge Armführung. Man kann evtl Pole-Taschen (gibt gab es mal von Leki und Raidlight) am Rucksack befestigen, aber diese wackeln doch sehr und man muss die Öffnung auch treffen, oder anhalten oder sogar den Rucksack zum Verstauen ausziehen. Ich selbst habe bei einem S-Lab 12er Rucksack an je zwei kleinen Schlaufen (vorne) einen etwas dickeren Gummi auf beiden Seiten befestigt, den ich mit Klemmverschlüssen dann weiter fixieren konnte. Das klappt bei den gebräuchlichen 3-teilgen Z-Poles ( z.B. Black Diamond und Leki …) ganz gut, aber man kann den Rucksack dann nicht mehr so einfach ausziehen, weil die Poles vorne quer (auf Brusthöhe ) getragen werden….. Beim ZST in Grainau war das aber ok.

Im Gegensatz zu den vorgenannten Stock-Tragesystemen bietet KiWAMi mit dem Easyfix-System ein wirklich durchdachtes, einfaches und funktionierendes Trage-Systems:
Man führt den gefalteten Stock mit dem Griffstück durch die obere Schlaufe nach unten und öffnet die untere Tasche mit der freien Hand mittels der aufgenähten Laschen. Jedoch solltet ihr das Verstauen und auch das Herausziehen ein paar Mal üben, damit alles ordentlich funktioniert. Achtung: Dabei muss das Lauf-Tempo schon etwas reduziert werden! Da ich aktuell nur die ultraleichten Black Diamond Ultra-Distance Z-Poles verwende, die fixe Handschlaufen haben, musste ich feststellen, dass die Handschlaufe sich beim Herausziehen an der oberen breiten Schlaufe des Shorts verhaken kann! Man sollte bei derartigen Stöcken durchaus kräftig herausziehen, aber bei Widerstand leicht drehen und etwas schütteln- dann klappt das Herausziehen besser Tipp: Man verwendet die „Leki-Poles“ mit dem Trigger-Shark-System! Hier trägt man die Schlaufe wie einen Handschuh und klickt eine Metallöse direkt an Stock ein! Das klappt super und geht richtig schnell! Bei diesen Stöcken baumelt also gar keine Schlaufen und das Verstauen und Herausnehmen funktioniert völlig störungsfrei!

Auf dem Trail:

Wenn die Poles einmal verstaut sind, stören sie nach wenigen Minuten gar nicht mehr! Sie werden durch die untere Tasche und die obere Schlaufe sicher fixiert. Zusätzlich sind die Taschen unten aus einem besonders strapazierfähigem Stretch-Gewebe, das einiges aushält, und innen auf der Oberschenkelseite sogar gepolstert! Da merkt man, dass KiWAMi mit Profis zusammen gearbeitet hat. Ich habe das System sogar im Fitness-Studio auf dem Laufband bei einem Tempo deutlich unter 4min/km-Schnitt getestet. Da wackelt nichts! Perfekt! Gerade Minimalisten wird es freuen, dass man ohne Laufrucksack, aber dennoch mit Poles auf den Trail kann!

Kompression:

Diese wird von KiWAMi auch extra beworben.
Ich persönlich bin ja nicht gerade ein „Kompressions-Fanatiker“, nehme aber einen straffen Sitz der Bekleidung „gerne mit“. Fakt ist, dass das verwendete Stretch-Material schön fest sitzt. Von einer engen Kompression würde ich jetzt nicht sprechen wollen.

Funktionalität:

Das Material ist wasserabweisend. Bei leichtem Nieselregen bilden sich auf der Oberfläche kleine Tröpfchen. Auch trocknet das Material schnell und die Atmungsaktivität ist sehr gut. Hervorzuheben ist zudem, dass vorne eine Art Einsatz „locker“ eingenäht ist. Dieser dient zum einen als eine Art Windschutz und erhöht den Komfort, wenn man den Short ohne Laufunterwäsche tragen will. Der Short stört oder reibt somit auch bei langen Touren gar nicht! Besonders positiv ist jedoch der große, elastische und stützender Bund zu bewerten! Dieser fixiert den Short sehr gut am Körper! Anders als bei vielen Mitbewerbern (Salomon etc.) kann man den Short richtig gut in den Taschen befüllen, ohne dass dieser herunterrutscht (Richtige Größenwahl vorausgesetzt)! Man kann in der unteren Gesäßtasche sogar 500ml-Flasks verstauen, in der oberen Tasche hinten beispielsweise ein großes Smartphone, in den Seitentaschen am Bund ist auch großzügig Platz, die Seitentaschen (am Oberschenkel) nehmen kleinere Riegel oder Gels auf und vorne kann man am offenen Bund durchaus eine leichte Windjacke und Handschuhe oder Ärmlinge „einklemmen“. Alle Taschen werden oben durch einen elastischen Bund verschlossen und der Inhalt also sicher fixiert, so dass nichts herausfallen kann!

All das macht den Equilibrium-Short zum „Schweizer Offiziersmesser“ unter den Lauftights/Shorts.

Im Video könnt ihr das alles gut nachvollziehen. Mir ist kein anderer Short bekannt, der so flexibel und funktional ist! Toll! Auch der Beinabschluss ist gelungen – hier scheuert und rutscht nichts – so soll es sein!
Hinweis: Ich habe den Short gewählt, weil man diesen mit Beinlingen oder Knielingen am besten der Witterung anpassen kann. Die KiWAMi-Größentabelle im aktuellen Katalog liefert einen guten Anhaltspunkt zur Größenwahl, besser aber, wenn man einen kompetenten Händler fragen, oder selbst anprobieren kann, denn insbesondere der breite Bund sollte „schön fest“ sitzen.

*Nachtrag:

Sicherheit Mein Trainings-Kollege machte mich die Tage bei einem Night-Run darauf aufmerksam, dass die Beinabschlüsse (also das strapazierfähige, graue Stretch) stark REFLEKTIEREND ausgeführt ist. Original-Ton:” Hast Du Taschenlampen an den Oberschenkeln?” 🙂 Ich habe ein Pic eingestellt – das Material reflektiert deutlich! Also auf im Bereich “Sicherheit” wurde alles richtig gemacht, denn man läuft ja auch schon mal über oder entlang von Straßen und Wegen.

Fazit:

Mit dem Equilibrium-Short (und den baugleichen ¾ und 1/1-Tights) ist KiWAMi ein richtiger Volltreffer gelungen! Hochwertige, funktionale Materialien,
tolle Verarbeitung und insbesondere pfiffige Ideen, wie das Easyfix-Tragesystem runden das Gesamtbild sehr positiv ab! Mit den richtigen Poles funktioniert das Tragesystem hervorragend und absolut störungsfrei! Der breite Bund mit 8 (!) intelligent positionierten und unterschiedlich großen Taschen und der enge Schnitt erlauben es, dass man sehr viel Ausrüstung und Verpflegung mit auf eine Tour nehmen kann und so in vielen Fällen sogar auf einen Rucksack verzichten kann!
kurze Infos zu diesem, siehe Pics im Album), welches vier Flasks sicheren und wackelfreien Platz gewähren können soll und das zusätzlich noch über weitern Stauraum und Taschen verfügen soll, ergeben sich ganz neue Möglichkeiten für minimalistische TrailRunner (siehe Video)! Auch wenn der Preis (UVP 159€) etwas gehoben ist, kann ich den Short ganz besonders empfehlen!

Quelle: TRIandTRAILs

Fotos: KiWAMi und TRIandTRAILs

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